Verklicker

Seefahrer wissen es: Verklicker ist ein Windrichtungsanzeiger im Mast. Wir aber möchten Ihnen unter diesem Menuepunkt tatsächlich etwas verklickern und Ihre am häufigsten gestellten Fragen beantworten.

SHIPPERN (Anlegen)

Die Fördedampfer können die historische Seebrücke direkt vor der Tür leider nicht mehr anlaufen: Die Kitzeberger Dampferbrücke wurde 1998 bei einem Anlegemanöver so stark beschädigt, dass sie für die öffentliche Schifffahrt nicht mehr zugelassen ist. Trotzdem können Sie das Kiek ut mit dem Dampfer und einem schönen Spaziergang bequem erreichen: nach ca. 10 Minuten Fußweg vom Anleger Mönkeberg oder in rund 45 Minuten vom Anleger Möltenort aus.
Die aktuellen Dampferzeiten finden Sie hier: http://www.sfk-kiel.de/de/faehrlinien/foerde/

 

FRÖSTÜCK (Frühstück)
Frühstück gibt es bei uns nur am Sonntag von 9.00 bis 11.30 Uhr. An den anderen Tagen öffnen wir erst um 11.00 Uhr – und da kommen bereits unsere ersten Mittagsgäste, denen wir dann unsere komplette Aufmerksamkeit schenken möchten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen den vollen Preis berechnen müssen, falls Sie Ihre Frühstücksreservierung nicht drei Tage im Voraus stornieren. Beim Frühstück besteht nur bis 11.30 Uhr Sitzplatzanspruch, weil wir nach 11.30 Uhr die Tische für à la carte – Reservierungen benötigen. Wenn es das Wetter zulässt dürfen Sie natürlich nach 11.30 Uhr auf der Terrasse Platz nehmen.

 

KÖÖK UN OPDRDEGERS (Kellner & Köche) Wir kochen ab 11.30 Uhr durchgehend warm für Sie. Küchenschluss ist 21.00 Uhr. Im Großen und Ganzen bleiben Sie, solange Sie möchten. Und wenn doch einmal die Stühle hochgestellt werden, ist es ein sicheres Zeichnen dafür, dass unserem Serviceteam nichts bleibt als „Däumchen zu drehen“. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis. Extrawürste braten wir Ihnen gern. Aber zurzeit keine Currywurst. Das soll wieder anders werden. Seien Sie geduldig. Und Burger? Die gibt’s wie Sand am Meer … und wir möchten Ihnen etwas bieten, das sie eben nicht überall bekommen. Falls unsere Kombüsen-Mannschaft allerdings einen tollen Burger kreieren möchte, der zu unserem sonstigen Speisenangebot passt, nehmen wir den sicherlich auch mal auf unsere Karte. Dafür halten wir bei Laktoseintoleranz Tabletten und laktosefreie Milch für Sie bereit!

 

 VEEL GENEET UN WENIG VERDREET  (Viel Genusss und wenig Verdruss) oder auch Service am Strand
Gläser und Porzellan können wir Ihnen hier leider nicht bieten: Beides ist wegen der Verletzungsgefahr nicht erlaubt. Und daran halten wir uns. Wir möchten einfach nicht am laufenden Band Schnittwunden verpflastern. Auch unsere Spülgeräte und Abflüsse leiden unter sandigem Geschirr.
Daher gilt: Wein und Longdrinks am Strand erhalten Sie in bruchfesten Gläsern, Bier in der Flasche oder gezapft in Kunststoffbechern, Heißgetränke in Pappbechern. Sorry, aber Ausnahmen gibt es nicht. Und bitte haben Sie Verständnis dafür, dass das Tresenpersonal trotz Sonnenschein auch einmal verdrießlich schaut, wenn es zum xten Male an diesem schönen Tag begründen muss, weshalb das denn nun mal nicht anders geht. Am Strand arbeiten wir nach dem DIY-Motto (Do it yourself). Sorgen Sie selbst für Ihr Wohl und besuchen Sie uns an der Bar, um Getränke oder Pommes zu ordern – nur bitte lassen Sie unsere Stühle und Liegestühle an Ort und Stelle.

 

BESCHEED GEVEN (Reservierungen)

Ihren Wunschtisch verbindlich zusagen können wir leider nicht. Natürlich freuen wir uns, dass Sie unsere Aussicht und bestimmte Plätze im Kiek ut so großartig finden, dass Sie am liebsten wieder genau dort sitzen möchten. Jedoch sind wir als kleine, saisonal ausgerichtete Gastronomie darauf angewiesen, unsere Plätze voll auszulasten.

Stellen Sie sich unsere Raumplanung für jeden Tag einfach so ähnlich wie ein Puzzle vor. Wir versuchen, es jedem recht zu machen – einschließlich unserer Hausbank, der es in erster Linie auf gute Zahlen ankommt. Und so legen wir unser Puzzle täglich aufs Neue. Dabei berücksichtigen wir  selbstverständlich und gerne Ihre Wünsche, nur klappt das leider nicht immer. Daher machen wir Ihnen anstelle falscher Versprechungen lieber gar keine. Aber keine Bange: Der Name Kiek ut ist von allen Plätzen aus Programm, und Sie werden auf jeden Fall in den Genuß unserer unvergleichlichen Aussicht kommen.

Reservierungen auf der Terrasse sind leider nicht machbar. Wir wissen schließlich nicht, wie das Wetter wird, und müssten drinnen und draußen Plätze für Sie vorhalten, denn natürlich möchten Sie bei schlechtem Wetter in die gute Stube flüchten…

Planänderung? Kein Problem. Aber bitte sagen Sie uns unbedingt rechtzeitig Bescheid, wenn etwas dazwischen kommt oder die geplante Gästezahl sich ändert. Wir sind klein und darauf angewiesen, unser Platzangebot komplett nutzen zu können.

Frühstücksreservierung bitte mindestens drei Tage im Voraus stornieren. Sonst müssen wir Ihnen leider den vollen Preis berechnen. Denn wie gesagt sind wir als kleiner Betreiber auf optimale Auslastung angewiesen.

JIFFERS (Hunde)
Hunde sind bei uns gern gesehene Gäste und dürfen herein! Rücksichtnahme auf unsere anderen Gäste setzen wir natürlich voraus. Und dann halten wir auch meistens ein Leckerli für unsere vierbeinigen Gäste bereit. Einen Wassernapf für die Jiffers finden Sie auf der Terrasse.

 

ACHTERAUS (Rückblick)
Nach Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals 1895 entstand im Kitzeberger Wald eine exklusive Villensiedlung. Der Erwerb von wenigstens 2000 Quadratmetern Land war Voraussetzung für die Baugenehmigung. So mauserte sich Kitzeberg, nachdem ab 1904 die Versorgung durch ein eigenes Licht- und Kraftwerk gesichert war, zum privilegierten Wohnort für die begüterte Kieler Gesellschaft. „In 20 Minuten von der Stadt Kiel und in 10 Minuten von Düstanbrook (heute Düsternbrook) durch häufige, billige Hafendampferverbindung zu erreichen“ pries im Reiseführer „Kiel und die Kieler Förde“ 1905/06 die Hamburger Immobilienfirma Wentzel & Hirsekorn die gute Erschließung. Nicht nur die Bevölkerung des Ostufers sondern auch zahlreiche Kieler entdeckten schon bald die idyllische Bucht als lohnenswertes Ziel – für den kurzen Tagesausflug ebenso wie für die erholsame Sommerfrische.

In den Jahren 1903/04 als Holzkonstruktion gebaut, diente die Kitzeberger Dampferbrücke über 80 Jahre lang der Linienschifffahrt. Gleichzeitig wurde sie zum beliebten Treffpunkt: Hier begegneten sich die Anwohner der Villenkolonie auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder Schule, gingen Ausflügler von und an Bord und verbrachten so manche Liebespaare romantische Stunden. Jahrzehntelang wichtiger Teil der Förde-Infrastruktur wurde die Dampferbrücke 1998 bei einem Anlegemanöver so stark beschädigt, dass sie für die öffentliche Schifffahrt nicht mehr zugelassen werden konnte. Zu hohe Kosten, mangelndes Passagieraufkommen –  für die Fördeschifffahrt kam eine Sanierung nicht in Frage. Die Rettung vor dem drohenden Verfall brachte 2006 der Kauf des Anlegers durch den 2001 gegründeten Kitzeberger Dampferbrücke e.V.. Dank privater Spenden konnte die stillgelegte Seebrücke in Teilen instand gesetzt und wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das besondere Bauwerk hatte es mehr als verdient, wachgeküsst zu werden: Heute gilt der Anleger gemeinsam mit dem Kiek ut als einfaches Kulturdenkmal.

Das Betreten der Brücke geschieht nun auf eigenes Risiko, denn sie befindet sich im privaten Eigentum des Vereins.

 

Das Kiek ut

„Dampferarchitektur“ nennt sich der Stil, in dem sich ab 1950 direkt am Strand und Anleger ein kleines Häuschen präsentierte – das Kiek ut. Nach einem Entwurf des Architekten Rolf Wedding erbaut war es zunächst Wartehäuschen mit kleinem Kioskbetrieb und Fahrkartenverkauf. Der damalige Brückenwart, Gustav Lütje, hatte jedoch andere Ambitionen: Bereits zwei Jahre später baute er gemeinsam mit seiner Frau den Betrieb zu einem Ausflugslokal um, das noch bis weit in die 70er Jahre unter Gourmets als kleine, feine Adresse galt.

Kiosk, Bistro oder ambitioniertes Strandrestaurant: Die Betreiber kamen, gerieten spätestens bei kabbeliger See ins Schlingern, und gingen, bis schließlich der letzte in der Reihe das Kiek ut und die Gemeinde mitsamt Schulden sitzen ließ. Ab 2008 verwaiste der Ort. Der Gemeinde als Eigentümer fehlte das Geld für den baulichen Unterhalt, und ein finanzstarker Pächter für die notwendige Renovierung konnte lange nicht gefunden werden. Und wieder war es der Kitzeberger Verein, der die Sache beherzt in die Hand nahm und den endgültigen Untergang verhinderte: „Oh Geliebte. Wie schön du bist. ..“ – zur Kieler Woche 2001 sorgte ein mit 60 Metern „längstes Spendenbanner des Nordens“ für Aufmerksamkeit und Erfolg. Mit viel Engagement und Empathie gelang es dem Verein dann später auch, zweckgebundene Spendengelder in sechsstelliger Höhe für Gebäudesanierung und -umbau zu sammeln. Und mit Bettina Fech war 2014 endlich die perfekte Pächterin für die seit Jahren leerstehende Strandgastronomie gefunden. Im Sommer 2015 eröffnete zur Kieler Woche das „neue“ Kiek ut.

Auf der Sonnenseite der Kieler Förde, direkt an einem ihrer letzten naturnahen Strände, öffnet sich vom Kiek ut aus ein grandioser Blick: Den Strand zu Füßen, wenige Meter vom Wasser entfernt, reicht das Panaroma über den Hafen von Möltenort bis hin zu den HDW-Kränen und dem Kreuzfahrtterminal in der Kieler Innenstadt. Segelschiffe, Motorboote und riesige Kreuzfahrtpötte fahren in direkter Sicht vorbei. Am Ufer gegenüber liegen das Hotel Maritim, das Mercator Hochhaus, und – besonders spannend –  Thiessen-Kai und Holtenauer Schleuse: Das erste, was die Seeleute nach Verlassen des Nord-Ostsee-Kanals sehen, ist die Kitzeberger Bucht. Und vom Kiek ut aus hat man die Kanaleinfahrt mit ihrem regen Schiffsverkehr bestens im Blick

 

KIEKEN – BINNEN (Einblick)
Häufig werden wir gefragt, was uns zu unserer Inneneinrichtung inspiriert hat. Zum Teil ist sie einfach Geschichte, ergänzt durch aktuelle Werke und modernes Design.

Die gelb-graue Wandfläche haben wir unter etlichen Tapetenschichten entdeckt und professionell sanieren lassen. Genauso die Schiffsmotive auf dem türkisen Grund im Eingangsbereich.

Das Bild mit dem Heckenrosenstrauch stammt aus der Hand des benachbarten Künstlers Adrian Mellon. Er hat vor vielen Jahren auch das Bild neben der Terrassentür gemalt.

Die Wandlampen sind von Sestessa, das Design: Cini & Nils.

Die wechselnden Bilder stammen von Künstlern, die in der Regel drei Monate bei uns ausstellen.

Apropos Kieken: Brille vergessen? Wir haben Leih-Brillen von der freundlichen Firma Fielmann für Sie. Damit Sie auch das Kleingedruckte in unserer Speisekarte lesen können …